Unsere nächsten Termine

Am Freitag, da geht es in die Probe. Egal, was passiert, der Freitag ist für die Probe reserviert. Was aber, wenn es einen Feiertag gibt, der grundsätzlich auf einen Freitag fällt und es auch noch verboten ist, Musik zu machen? Das kann dann schon mal tragisch werden, für den handelsüblichen Guggenmusikanten.
Am einfachsten haben es sicherlich diejenigen, die Pauke spielen. Da wird beim Familienfest unauffällig mit dem Fuß gewippt. Vielleicht etwas unbeholfen, aber das ist ja egal, denn Pauke spielt man ja üblicherweise mit den Händen.


Gut bedient sind auch alle, die Waschbrett spielen. Da wird unauffällig und taktvoll die Tischdecke glattgestrichen und wenn dann noch der Uropa den guten Trollinger verläppert, dann wird gerubbelt, was das Zeug hält!
Neidvoll blickt der Blocks-Spielende (auch Jam- oder Granite-Blocks oder Glocken genannt. Kurzum die Dinger, die immer so schön diggidiggidigdig machen) auf die Szenerie. Verstohlen werden die unterschiedlich vollen Gläser betrachtet, die ganz bestimmt wundervolle Töne von sich geben.
Verstohlen wird dann mit dem Löffelchen gegen das nächst beste Glas geditscht.
„Oh! Eine Rede!“ ruft Oma Hedwig entzückt. „Nee, nee, ich bin nur etwas ungeschickt heute“ lautet die Antwort gesenkten Hauptes. Mist, dabei war der Plan doch so gut.
Währenddessen suchen Blasinstrumentmusizierende den Familiennachwuchs heim. Jetzt werden Luftballons aufgeblasen, ob die Kinder wollen oder nicht! Fragt sich nur, was zuerst platzt. Der Ballon oder der hochrote Kopf des Blasinstrumentspielenden. In Ermangelung von Luftballons tut es aber auch die Brötchentüte. Hauptsache was, wo man reinblasen kann! Entzückt springt die Paukerin zur Seite und lässt mit gekonntem Schlag die Tüte effektvoll platzen.
Dankbar sind Paukenspielende auch, wenn Onkel Ewald seine übliche Tirade an Flachwitzen zum Besten gibt. So richtig herzhafte Schenkelklopfer eben. Damit ist auch ein gutes Werk getan, denn Onkel Ewald freut es, dass seine Witze jedes Jahr so gut ankommen.
Im Notfall kann man dem Nachwuchs auch mal zeigen, wie gekonnt man Töne erzeugen kann, wenn man über die Öffnung einer Getränkeflasche pustet. Ist zwar eher was für Querflötenspielende, aber was soll’s? In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Währenddessen hoppelt der Schlagzeuger wie ein Kupferkopfbatterienhase über die Wiese. Blöd, wenn es keine Wiese gibt oder man wegen des Festmahls an den Tisch „gebunden“ ist.
Abhörexpertenartig wird jedem Geräusch gelauscht, das einen Rhythmus erkennen lässt. Unauffällig wird dann mit den Fingern auf dem Tisch getrommelt. Optimal, wenn Oma Hildegard auf den Rücken von Onkel Diethardt schlägt, weil selbiger mal wieder versucht hat, die dekorativen Schokoeier vom Tisch zu saugen.
Fraglich ist jedoch, was die musikalische Leitung so treibt. Heimlich auf dem stillen Örtchen die Videoaufnahmen der letzten Probe studieren und sich Gedanken über die kommende Probe machen? Man weiß es nicht und das ist vielleicht auch gut so.
Fakt ist allerdings, dass wir es irgendwie geschafft haben, über die Runden zu kommen. Zum Glück ist morgen schon wieder Probe!
Vielleicht sollten wir nächstes Jahr als Gruppe gemeinsam Ostern feiern. Dann könnten die Blocks-Spielenden wenigstens an die Gläser ditschen, ohne dass eine Rede erwartet wird.